(Handelsblatt 6.7.2026)Thyssen Krupp Marine Systems bietet das gemeinsam mit Norwegen entwickelte U-Boot 212 CD an, das auch von der deutschen und der norwegischen Marine bis 2030 angeschafft wird....Der Auftrag aus Kanada könnte inklusive Wartung und Betrieb für die nächsten Jahrzehnte ... umgerechnet rund 62 Milliarden Euro umfassen....Pistorius betonte bei seinem Besuch in Kanada den strategischen Vorteil, dass die Nato künftig über eine Flotte von bis zu 24 baugleichen U-Booten verfügen würde, sollte sich neben Deutschland (6) und Norwegen (6) auch Kanada für das U212 CD entscheiden. Das würde die Interoperabilität und Logistik erheblich vereinfachen.
Für Deutschland, Norwegen und Kanada geht es dabei auch um die sog. "Nordflanke" der NATO und die arktischen Gewässer. - Denn die NATO Länder des "kollektiven Westens" schauen eifersüchtig auf die florierende Handels-Nordroute, die Russlands rohstoffreiche Nordküste in der Arktis mit China und vielen anderen asiatischen Ländern (besonders für die Energieversorgung) verbindet. Russland verfügt dafür über die größte Eisbrecherflotte der Welt, inkl. atomgetriebene Schiffe.
Das Bundesverteigungsministerium an 11.02.2026: "Deutschland stärkt seine Sicherheitspartnerschaften im Nordatlantik und in der Arktis durch Übungsbeteiligung, Informationsaustausch und gemeinsame Rüstungsprojekte. Insbesondere mit Norwegen, Dänemark, Kanada und Island werden wichtige Projekte zum Schutz der Nordflanke vorangetrieben.
Die Arktis und der angrenzende Nordatlantik haben sich in den vergangenen Jahren zu einem geopolitischen Brennpunkt entwickelt: Der Klimawandel macht neue Seewege und Ressourcen zugänglich, während die russische Remilitarisierung der Region und das verstärkte Engagement Chinas die strategische Lage verschärfen. Für Deutschland, das selbst kein Arktisanrainer ist, ergeben sich daraus neue Herausforderungen und Verantwortungen. (...) Kanada ist traditionell ein enger sicherheitspolitischer Partner Deutschlands. Beide Länder arbeiten nicht nur an der NATO-Ostflanke im Baltikum zusammen, sondern bauen auch ihre maritime Kooperation im Nordatlantik aus. 2024 vereinbarten Deutschland, Kanada und Norwegen den Aufbau der maritimen Sicherheitspartnerschaft für den Nordatlantik. 2025 trat Dänemark dieser Kooperation bei. Darüber hinaus fand über Jahrzehnte hinweg im kanadischen Goose Bay das Tiefflugtraining für die Besatzungen deutscher Kampfjets statt. Die Deutsche Marine beteiligt sich an der kanadischen Übungsserie Nanook – ein Manöver zur Sicherheit im Hohen Norden. Ziel dieser Initiative ist die Erstellung eines gemeinsamen Lagebilds, die strategische U-Boot-Bekämpfung, der Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur und die Sicherung der Seewege. Der Austausch von Seeaufklärungsdaten sowie gemeinsame Ausbildungen und Manöver sollen die Reaktionsfähigkeit der NATO gegen Bedrohungen im Hohen Norden verbessern. Die Luftwaffen und Marinen der beteiligten Länder planen gemeinsame Operationen mit U-Booten, Fregatten und Aufklärungsflugzeugen". (Quelle: Bundesverteigungsministerium 11.02.2026)
Mit dem Friedensgebot im Grundgesetz und dem Landesverteidigungsauftrag der Bundeswehr hat das alles nichts zu tun.
Der Russische Botschafter in Norwegen Nikolai Korchunov erklärte am 10.06.2026 in einem Interview des Norwegischen Radiosenders NRK: "...Die NATO-Staaten haben wiederholt ihre Bereitschaft gezeigt, rechtswidrige Maßnahmen einzusetzen, um die Freiheit der kommerziellen Schifffahrt auf strategischen Seewegen, einschließlich in der Ostsee und im Nordatlantik, einzuschränken. Die von dem Bündnis ins Leben gerufenen militärischen Rahmeninitiativen („Baltic Sentry“, „Eastern Sentry“, „Arctic Sentry“) sind deutliche Symptome des negativen Trends hin zu einer Militarisierung des baltisch-arktischen Raums durch die NATO, der diesen faktisch in einen Zustand militärischer Alarmbereitschaft versetzt."


















