Knapp 100 Menschen bilden Friedensmenschenkette am Fliegerhorst Laage

FriedensaktionLAAGE6.6.2026 01von Anja Lues, Rostock - Laage, 06. Juni 2026

(In der Spitze) knapp 100 friedensbewegte Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern haben am Tag der Bundeswehr eine Friedensmenschenkette am Fliegerhorst Laage gebildet (siehe unten die Fotoserie). Sie kamen unter anderem aus Rostock, Schwerin, Teterow, Güstrow, Neustrelitz und Neubrandenburg. Auch Gäste aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein waren dabei.

Anlass der Aktion war der Tag der Bundeswehr, an dem der Fliegerhorst seine Tore öffnete und mit den Worten warb: „Erleben Sie unsere Flieger direkt neben Ihnen und mit voller Leistung in der dritten Dimension. … Hier ist für jeden etwas dabei. … Wir bieten Programmpunkte für die ganze Familie.“

Genau diese Inszenierung war Anlass unseres Protestes. Unsere Kritik richtet sich nicht gegen die Besucher oder gegen Menschen in Uniform, sondern gegen die zunehmende Militarisierung unserer Gesellschaft und die Logik des Krieges. Wenn Kampfjets, Militärtechnik und militärische Fähigkeiten wie Attraktionen präsentiert werden, erinnern wir daran: Krieg ist keine Show. Krieg bedeutet Leid, Zerstörung, Flucht und menschliche Tragödien.

Die Werbung für den Tag der Bundeswehr klingt stellenweise wie die Ankündigung einer Kirmes – nur dass die Attraktion Waffensysteme sind. Alles wird familienfreundlich präsentiert und senkt die Schwelle für eine kritische Auseinandersetzung mit Waffen, Krieg und Gewalt. Die Folgen militärischer Einsätze bleiben dabei völlig unsichtbar. Und das alles geschieht in einer Zeit, in der Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ oder „Kriegswirtschaft“ die öffentliche Debatte prägen, während Diplomatie und Friedenspolitik nicht wahrnehmbar sind.

Für uns war die Menschenkette eine sehr schöne, bunte und lebendige Aktion. Unterschiedliche Initiativen standen gemeinsam für den Frieden ein: das Friedensbündnis Norddeutschland, 1.000.000 Stimmen für den Frieden, die Rotfüchse, die Nachdenkseiten Rostock, Aufstehen Schwerin und der BSW Schwerin, vor allem aber waren es die Mütter, Väter und Großeltern, die an diesem Tag sichtbar machen wollten, dass Frieden eine Stimme braucht.

Und es wären mehr Menschen gekommen, wenn die Bedingungen vor Ort einfacher gewesen wären, gemeint ist die abgelegene Lage des Fliegerhorstes, die im Vorfeld unklaren Parkmöglichkeiten und lange Staus bei der Anreise. Was wir ebenfalls erst vor Ort erfuhren: Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte an diesem Tag den Fliegerhorst. Wäre das im Vorfeld bekannt gewesen, hätte dies vermutlich noch weitere Friedensmenschen motiviert, sich an der Aktion zu beteiligen

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