Mit einer feierlichen Unterschriftszeremonie im Rathaus besiegelten am 29.09.2026 Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) für die Bremer Landesregierung (SPD/Grüne/"Linke") und Matthias Magnor, Vorstandsvorsitzender der Bremer Lagerhaus BLG Logistics Group, die Umwandlung des Nordsee-Tiefwasser-Hafens in Bremerhaven in einen "NATO-Deployment Hub" und des zivilen „Hans Koschnick - Bremen Airport“ in eine „NATO-Reception Zone West". Bremerhaven soll eine zentrale Drehscheibe für Nachschub der NATO in Europa bis 2031 werden und „im Spannungsfall“ wird über den Bremer Airport ein Teil der „NATO-Truppenverstärkungen“ ankommen und dann weiterverlegt. A400M Transportflugzeuge sollen aller Wahrscheinlichkeit nach bei AIRBUS (direkt beim Flughafen) gewartet werden.
Das Haushalts-Notlage-Land Bremen legt – hervorgezaubert aus dem „Klima- und Infrastrukturfonds“ (ja - richtig gelesen!) - noch gut 200 Mio. Euro für die Militarisierung des Bundeslandes oben drauf, sonst wäre der Deal geplatzt. Bremer Bürger wurden nicht gefragt, ob sie so begeistert davon sind, im Kriegsfall zum bevorzugten Kriegsziel zu werden.
Es gibt nur noch wenige lebende Zeitzeugen, die über den 19. August 1944 (vor 82 Jahren), den Tag des schlimmsten Bombenangriffs auf Bremen während des Zweiten Weltkrieges, berichten könnten. Sie waren zudem Kinder damals. Der Volksbund schreibt auf seiner WEB-Seite: "Zwischen März 1940 und April 1945 flogen die Alliierten insgesamt 172 Luftangriffe auf die Hansestadt. Im Zuge dieser Luftangriffe kamen rund 4.000 Menschen ums Leben. 27% der Opfer forderte der Angriff im August 1944. Des Weiteren wurden über 700 Menschen verletzt und 50.000 Personen obdachlos. Durch insgesamt 121.191 Brand- und Sprengbomben sowie Luftminen wurden 8.000 Wohngebäude mit insgesamt 25.000 Wohnungen, 80 Wirtschaftsgebäuden, 37 Industriegebäuden und 34 öffentliche Einrichtungen zum Teil vollständig zerstört. (Darunter die Stephani Kirche, das Focke-Museum, der Seefahrtshof und das Metropoltheater.) Im Bremer Westen (Utbremen, Findorff, Walle, Oslebshausen, Gröpelingen) waren die Schäden besonders groß. Der Europahafen in Gröpelingen wurde vollständig zerstört, 18 Schiffe sanken, weitere 61 wurden beschädigt."
Gleichzeitig soll weiter an der Hinterlandanbindung der Häfen (Auto-, Eisenbahnen & Wasserwege) gearbeitet werden. Das läuft schon länger, aber jetzt gibt es nochmal "Geld auf Pump - für fette Zinsen" obendrauf. Dabei wird die Bahninfrastruktur für NATO-Schwerlastverkehre und Autobahnen & Brücken für NATO-Militärtransporte ertüchtigt. „Es gehe dabei um die Umsetzung des sogenannten Operationsplan Deutschland [OPLAN]…", so wird Pistorius im Weserkurier vom 29.09.2026 zitiert. Da dieser OPLAN geheim sei, dürften Bremer Bürger „nicht über jede einzelne Maßnahme“ informiert werden. Ausdrücklich lobte die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (DieLinke) die "Weisheit des Bundes, keine neuen redundanten Häfen zu schaffen, sondern das, was wir an Struktur haben und zivil genutzt wird, für militärische Zwecke zu ertüchtigen." Weserkurier vom 29.09.2026.
Dieser OPLAN wird im Rahmen der NATO-JSEC-Planung (Joint Support and Enabling Command) in Ulm entwickelt. NATO-JSEC ist eine operative Struktur, die - wie alles in der NATO seit Gründung - auch weiterhin dem Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) unterstellt ist. Das ist immer (auch weiterhin - wer glaubt schon an die Märchen von der europäischen NATO?) ein US-General, seit 04.07.2025 General Alexus G. Grynkewich (United States Air Force).
Bereitwillig erklärte die Handelskammer Bremen schon am 24.04.2026: "Norddeutschland verfügt über eine hohe Dichte kritischer maritimer Infrastrukturen und Industrien. Dazu zählen Häfen, Werften, Reedereien, LNG-Terminals sowie Offshore-Windparks, Pipelines und Unterseekabel. Hinzu kommt eine leistungsfähige maritime Verteidigungs- und Schiffbauindustrie. Die Schifffahrt und die deutsche Handelsflotte spielen insbesondere in Krisen und Verteidigungsfällen eine Schlüsselrolle für die Versorgung von Bevölkerung und Streitkräften. Schutz und Stärkung dieser Infrastrukturen erfordern aus Sicht der norddeutschen Wirtschaft ein koordiniertes Schutzkonzept mit klaren Zuständigkeiten zwischen zivilen und militärischen Akteuren."
"Um Bremens Wirtschaft allgemein steht es derzeit besser als in so einigen anderen Regionen Deutschlands", so wird die Bremer Handelskammer im Weserkurier vom 10.09.2026 zitiert. "Der Kammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger betonte ..., dass dies an dem Sondereffekt der Verteidigungsindustrie liege. Er betonte: Auch wenn Bremen nur 0,8 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmache, gehen acht Prozent der Umsätze der deutschen Verteidigungsindustrie auf das Konto der Unternehmen im Lande Bremen." (hervh. d. V.). Die Bremer Landesregierung setzt voll auf Kriegswirtschaft und Militarisierung, rechter geht es eigentlich nicht.
Der Regionalsender "buten und binnen" berichtete am 29.09.2026 mit Video ausführlich, mit besonderem Schwerpunkt auf die von Pistorius (noch mit kleinem Vorbehalt) angekündigte Bestellung von weiteren 16 Bundeswehr-Transportflugzeugen A400M, deren Rumpf in Bremen bei AIRBUS gebaut wird.
Der Verein "Deutsch Russsische Friedenstag e.V." auf seiner WEB-Seite zu all dem: "Die Rüstungsindustrie ist nur so lange eine „Wachstumssparte“, wie es tatsächlich Kriege – also regelmäßigen „Umsatz“ – gibt. Das aber bedeutet: Tod und Zerstörung! Frieden wird damit zum wirtschaftlichen Risiko – für uns eine unerträgliche Logik. Warum sind die Politiker des Westens, insbesondere die deutschen, nicht bereit, mit Russland über die russischen Sicherheitsinteressen zu reden? Der aktuelle Krieg wäre doch gar nicht erst entstanden, wenn die NATO (wie damals versprochen) auf eine Osterweiterung verzichtet hätte. Dass die NATO kein harmloses Verteidigungsbündnis ist, wissen wir doch seit den Millionen Toten, die durch die Kriege in den letzten Jahren (gegen den Terror, im Irak, Jugoslawien, Libyen, Afghanistan, …) zu beklagen sind."
Das Friedensbündnis Norddeutschland setzt sich seit langem für den zivilen Ausbau der Häfen & Flughäfen und für die Förderung nachhaltiger, friedlicher, ziviler Infratruktur und Wirtschaft in ganz Norddeutschland ein, gerade weil die Aufrüstung und Militarisierung in allen Hafenstädten stattfindet. - In Emden soll "die Deutsche Marine ... laut dpa einen neuen Hafen in ... Ostfriesland erhalten. Der Standort verfügt über das größte ungenutzte Flächenpotenzial in Niedersachsen (Rysumer Nacken) und soll Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensucher und zehn Schlepper beherbergen, mit voraussichtlich vierstelligen Personalbeständen. Verteidigungsminister Boris Pistorius und der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies sollen am Montag [05.10.2026] das weitere Vorgehen erläutern." (Der Spiegel 30.09.2026)


















