Rüstungsland Bremen bekommt eine Beschaffungsbehörde für Rüstungsgüter der Bundeswehr

ZIVILEHAEFENDemo NATORAUSAUS BRHVjpgBremen bekommt eine Dependence der zentralen Koblenzer Beschaffungsbehörde für Rüstungsgüter der Bundeswehr. Für Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ist das ein "Ritterschlag" - "Der Senat habe sich monatelang um die Ansiedlung der Behörde bemüht." Weserkurier 19.05.2026"...Begründet wird der Aufbau des Bremer Standortes mit der Nähe zu bedeutenden Akteuren in der See- und Weltraumrüstung, die in der Hansestadt ihren Sitz haben. Zu nennen sind unter anderem der Satellitenhersteller OHB und die Lürssen-Werft, die ihre Militärsparte NVL kürzlich an den Rheinmetall-Konzern verkauft hat.

Keine Stadt in Deutschland weist eine vergleichbare Rüstungsdichte wie Bremen auf, siehe weiter unten die Auflistung.  Etwa 7 % des Umsatzes der deutschen Rüstungsindustrie werden hier generiert, bis zu 10.000 Arbeitsplätze soll es in der Branche in Bremen geben. An jedem dieser Stammarbeitsplätze "hängen" ca. dreimal so viel Arbeitsplätze bei den Zulieferbetrieben und bei sog. "dual use" (zivil / militärisch) Produzenten. Bremer Friedensgruppen setzen sich seit Langem für Abrüstung ein, kritisieren die Ausweitung des Rüstungsstandorts Bremen und setzen sich stattdessen für Investitionen in zivile Projekte und Infrastruktur ein; besonders den Ausbau der zivilen Häfen in Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven, wo die Kompetenzen der Beschäftigten sinnvoller eingesetzt werden können.

  • RHEINMETALL ELECTRONICS (Defence, Verteidigungselektronik): In Bremen sind es derzeit etwa 2.500 Beschäftigte; laut Bremer Regionalfernsehen vom 12.03.2025 mit steigender Tendenz. Hergestellt werden hier: Bordkanonen für Tornado und Eurofighter, Aufklärungs-, Feuerleit- und Führungssysteme, Flugabwehrmodule, unbemannte Flugsysteme, Drohen und Simulatoren. Der Weserkurier 04.02.2025 meldet: "Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben den Zuschlag für einen Milliardenauftrag bekommen – und davon profitiert insbesondere die Konzerntochter in Bremen: Als Generalunternehmer wird die Rheinmetall Electronics GmbH für den Aufbau eines Kommunikationsverbunds verantwortlich sein, für das sogenannte Tactical Wide Area Network for Land Based Operations (TaWAN LBO)."
  • TKMS / ATLAS ELEKTRONIK (seit 2017 eine abgespaltene Tochterfirma der ab Okt. 2025 börsennotierten Thyssen-Krupp-Marine-Systems TKMS). Mit 1400 Beschäftigten werden Sonarsysteme produziert für: U-Boote, Minenjagdboote, Kampfschiffe, sowie Torpedos und Vieles mehr. 
  • EUROATLAS beschäftigt am Hauptsitz in Bremen und am Standort in Kiel rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Das Spektrum der Euroatlas GmbH ist umfangreich: Es reicht von Leistungseletronik, Bildverarbeitungssystemen über KI-gesteuerte Lösungen zur Drohnenabwehr bis hin zur Unterwasserautonomie. (Bremer Senatspressestelle Nov. .2025). 
  • NAVAL VESSELS LÜRSSEN NVL - Marineschiffbau - Zentrale in Bremen. Die EU-Kommission hat hat im Februar 2026 dem Einstieg des Rheinmetall Rüstungskonzerns in die Militärsparte der Lürssen-Werft zugestimmt. Damit wechseln vier norddeutsche Werften zum 01.03.2026 den Eigentümer. Gebaut werden Korvetten, Fregatten und Mehrzweckkampfschiffe u.v.m.. Zu NVL gehört u.a. seit 2017 Blohm & Voss in Hamburg. 2024 vereinbarte NVL ein Joint Ventue mit TKMS für den Bau des neuesten Fregattentyps F 127.
  • SAAB  - dessen Sparte Naval Systems rüstet zusammen mit der Lemwerder Werft Abeking & Rasmussen und ESG (Elektroniksystem- und Logistik-GmbH) vier Fregatten der Deutschen Marine mit neuer Technik aus.  Neben dem Standort in Wilhelmshaven baut SAAB nun auch eine Dependence in Bremen am alten Neustädter Güterbahnhof auf. Saab ist zu gefährlicher Berühmtheit gelangt über den Schrobenhausener Marschflugkörper Hersteller TAURUS Systems GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von MBDA Deutschland GmbH (67 %) und SAAB Dynamics AB (33 %).
  • AIRBUS DEFENCE AND SPACE, neben dem Bremer Werk mit weiteren Standorten in: Buxtehude, Hamburg, Lemwerder, Nordenham, Stade, Varel. Hier werden produziert, bzw. exportiert: Teilfertigungen für den Eurofighter und Militärtransporter A400M und das Europäische Weltraum Servicemodul ESM. Insgesamt arbeiten 1100 Beschäftigte in diesem Werk in Bremen, 650 in der Verteidigungssparte, 450 im Raumfahrtbereich. Die Bremer Uni kooperiert mit AIRBUS beim Bau des AS565 Panther Helikopters, der entlang der Küste zu GAZA von den Isaelischen Streitkräften (IDF) gegen die Palästinenser eingesetzt wird. AIRBUS kollaboriert mit Israel ebenfalls mit den Israelischen "Aerospace Industries" und über seine 37.5% Beteiligung am Unternehmen MBDA (u.a. Taurus-Produktion in Bayern) sowie mit der Firma ELBIT bei der Drohnenherstellung.
  • ARIANE GROUP ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem französischen Triebwerkhersteller Safran. 650 Mitarbeiter beschäftigt die Ariane Group am Standort Bremen; rund die Hälfte ist mit dem Ariane-6-Programm befasst. Abgesehen von der für den Transport von Satelliten ins All entwickelten zivilen Rakete Ariane 6 stellt das Unternehmen auch die Atomraketen des französischen Militärs her.  Arianegroup will mit der Entwicklung eigener ballistischer Raketen mit Reichweiten von vielen Tausend Kilometern in Europa im Militärbereich groß rauskommen.
  • OHB Plato HalleOHB (Orbitale Hochtechnologie Bremen): Der  börsennotierte Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB SE hat seinen Hauptsitz in Bremen und ist zu 70% im Besitz der Unternehmerfamilie Fuchs. Die anderen 30 % sind bis Ende 2024 von dem US-amerikanischen Kapitalinvestor KKR aufgekauft worden (WK 29.08.2024) . In drei Untergruppen (SPACE SYSTEMS, AEROSPACE , DIGITAL) beschäftigt der Konzern über 3.000 Mitarbeiter an 15 Standorten, auch weltweit vertreten. OHB beliefert die Bundeswehr mit MilitärsatellitenOHB will zusammen mit Rheinmetall für Satellitenbau an der Börse Kapital einsammeln, bei so viel Staatsaufträgen "auf Pump" braucht es sich um Aufträge keine Sorgen zu machen. Große Kapitalinvestoren stehen Schlange. FAZ 17.04.2026Beim Börsengang "fungieren als übergeordnete Berater die Investmentbank Rothschild unter Leitung der hiesigen Kapitalmarktchefin Eva Wiecko und KKR mit seiner Spezialeinheit KKR Capital Markets." (...) "Drei Banken sollen als globale Koordinatoren das Vorhaben begleiten, wie in Finanzkreisen bestätigt wird: Deutsche Bank, JP Morgan, Goldman Sachs." (...) "Zusammen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall plant OHB ein Gemeinschaftsunternehmen, mit dem sich beide Parteien um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr für den Aufbau eines militärischen Satellitennetzwerks bewerben wollen." (...) - Weserkurier 19.05.2026: "Der Bremer Satellitenbauer OHB und der Münchner Softwareentwickler Helsing haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Bau von Aufklärungssatelliten für die Bundeswehr beschlossen. Das Joint Venture will ein Überwachungs-, Aufklärungs- und Zielerfassungssystem entwickeln, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) in Sekundenschnelle militärische Ziele erkennt. Arbeitstitel des Projektes ist "Kirk" – für "Künstliche Intelligenz und Raumfahrtkompetenz".
  • DSI Aerospace GmbH - Zulieferer u.a. für OHB und dessen SAR-Lupe Bundeswehrsatelliten. - Unternehmenssitz beim Bremer Flughafen. Aus einem Hochschulprojekt entstanden (Zivilklausel ?)

  • ESA (European Space Agency - Europäische Weltraumorganisation):  Laut Angaben von Bürgermeister Bovenschulte im Weserkurier sind etwa 12.000 Personen in Bremen in der Luft- und Raumfahrttechnik beschäftigt. Diese hochsubventionierte Branche erwirtschaftet rund vier Milliarden Euro Umsatz im Jahr in etwa 140 Unternehmen und zwanzig Forschungsinstituten. Wesentliche Akteure (oben einzeln ausgeführt) sind die Ariane Group, die in Bremen die Oberstufe der neuen Ariane-6-Rakete baut, aber auch der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB und das Unternehmen Airbus Space und Defence, das seine Aktivitäten für bemannte Raumfahrt und Weltraumrobotik in Bremen bündelt. Die letzte Sitzung der ESA (European Space Agency) mit ihren 22 Mitgliedsstaaten fand im November 2025 in Bremen statt.