Die Übernahme der Marinesparte von Lürssen (NVL, Zentrale in Bremen) durch Rheinmetall läuft seit September 2025 und soll im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden. Lürssens früher oft geäußerte Vision eines "deutschen Marinewerft-Champions" mit einer 25% Staatsbeteiligung konnte sich nicht durchsetzen. Zu den Hintergründen herrscht Stillschweigen. Dann kam noch das vom Verteidungsministerium zu verantwortende Milliardengrab Fregatte F 126 hinzu, was Lürssens Begeisterung für eigenständige Expansion wohl endgültig besiegelt hat.
Im ehemaligen kaiserlichen Reichskriegshafen in Kiel, gibt es zwei große Marinewerften, vielen noch als Howaldtswerke bekannt: Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS, kürzlich an die Börse gebracht) und German Naval Yards Kiel (GNYK). Satte und langfristig garantierte Staatsaufträge treiben den Kapitalkonzentrationsprozess nun voran. "Neue Bestellungen für 8,8 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr - rund sechs Mal so viel wie im Jahr zuvor" (Quelle 8.12.2025)
Um die Übernahme der Kieler German Naval Yards Werft (Hartpunkt 19.12.2025), noch im Besitz der französischem Schiffbau-Gruppe CMN Naval, bewerben sich zur Jahreswende 2025/2026 drei größere Marinewerftkonzerne, was den Preis wohl nach oben treiben dürfte: TKMS, Rheinmetall und das britische Verteidigungs-, Marine- und Industrieunternehmen Inocea Group. "Inocea gehört unter anderem das kanadische Unternehmen Davie Shipbuilding, das nach eigenen Angaben die kanadische Flotte von Polareisbrechern betreibt und baut. Davie Shipbuilding wiederum hat 2023 die auf den Bau von Eisbrechern spezialisisierte finnische Werft Helsinki Shipyard übernommen und in diesem Jahr auch die auf das Marinegeschäft fokussierte US-Werft Gulf Copper."
Die in Kiel in unmittelbarer Nachbarschaft ansässige TKMS, seit längerem kooperierend beim Bau von U-Booten, Fregatten und Korvetten (auch für Israel), bestätigte im November als erstes Unternehmen Kaufabsichten.


















