Der FAZ-Skandal: Warum diese Frage den Journalismus zerstört – Patrik Baab

Dieser Kommentar beleuchtet eine besorgniserregende Grenzüberschreitung im deutschen Journalismus: Die Suggestivfrage von Michael Martens, einem FAZ-Korrespondenten an den ukrainischen Präsidenten Selenskyj, wie man dabei helfen könne, «mehr Russen zu töten». Der Vorfall wird nicht nur als handwerkliches Versagen analysiert, sondern als Symptom eines tieferliegenden Zerfalls der journalistischen Ethik und einer gefährlichen Mobilmachung in den Köpfen. Es werden Parallelen zu dunklen Kapiteln der Geschichte gezogen, um aufzuzeigen, wie aus Berichterstattern zunehmend Aktivisten und Akteure im Bereich des „Cognitive Warfare“ werden. Die Analyse setzt sich kritisch mit dem Schweigen etablierter Medienhäuser gegenüber einer Rhetorik auseinander, die das friedliche Zusammenleben der Völker existenziell bedroht.

In diesem Beitrag geht es um: – Journalismus im Blutrausch: Warum die Frage nach dem „Töten von Russen“ weit über schlechtes Handwerk hinausgeht und einen Rollenwechsel vom Beobachter zum Kombattanten markiert. – Die Tradition des Russenhasses: Wie aktuelle mediale Narrative an historische Muster anknüpfen und die Mitverantwortung des Westens konsequent ausblenden. – Verstoß gegen das Grundgesetz: Warum Aufrufe zur Verlängerung und Eskalation eines Krieges mit der verfassungsrechtlichen Friedenspflicht unvereinbar sind. – Das Schweigen der Redaktionen: Die Reaktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und warum die Unterwerfung unter einseitige Narrative den Weg von der Aufklärung zur Manipulation ebnet. – Die geopolitische Quittung: Welche fatalen Folgen die Zerstörung des deutsch-russischen Verhältnisses für Deutschland als Industriestandort nach sich zieht. Ein Plädoyer für die Rückkehr zur journalistischen Distanz und ein Weckruf gegen die schleichende Militarisierung der öffentlichen Meinung.